Vorigen Samstag fand in Düren diesmal die Kulturwartetagung statt. Wir trafen uns im Dürener Stadtmuseum, das in einer ehemaligen Filiale der Stadtsparkasse provisorisch untergebracht ist. Leider waren nur 15 Kulturwarte gekommen aber das Programm war sehr interessant. Im ersten Vortrag berichtete Paul Larue (ehemaliger Bürgermeister) über die Geschichte der Stadt Düren. Anno 767 in fränkischer Zeit wurde Düren erstmalig erwähnt, weil sich dort eine Siedlung um ein Kastel gebildet hatte. In römischer Zeit gab es nur in der Nähe von Mariaweiler bei Düren Spuren eines Dorfes, das aber seitdem nicht mehr existiert. Düren war im frühen Mittelalter eine freie Reichsstadt. Aber im Okt. 1344 wurde die Stadt an den Grafen von Jülich verpfändet, nachdem die Stadt von Truppen des Königs eingenommen wurde. Die älteste Kirche ist die Annakirche, die früher Matthiaskirche genannt wurde. In der Kirche befindet sich eine Reliquie der heiligen Anna, worauf Düren Wallfahrtsort wurde, Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert, als sie preussisch wurde, durch industrielle Ansiedlungen geprägt. Da ist vor allem die Papier- und die Textilindustrie hervorzuheben. Viele bekannte Industriellen-Familien siedelten sich in der Stadt an, deren Bevölkerung sich stark vermehrte. Viele Villen waren Zeugen des Aufschwungs. Beispiele sind dafür die Familien Hösch und Schöller. Der sagenhafte Reichtum drückte sich in protzigen Villen aus. Auch die Stadt nahm durch Schenkungen auch kulturell einen starken Aufschwung. Düren nannte sich die Stadt der Millionäre. Dies alles ging aber am 16.11.1944 bei einem großen Fliegerangriff der Alliierten in Schutt und Asche auf. Der Stadtkern von Düren war, wie später auch Dresden, ein einziger Trümmerhaufen und viele Tausende von Bewohnern kamen um. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt nach und nach wieder aufgebaut, sodass man kaum noch Baulücken findet. Einige Gebäude aus der Gründerzeit und Teile der alten Stadtmauer sind aber noch erhalten geblieben. Das konnte man bei einem kleinen Stadtrundgang nach der Tagung feststellen. Heute kratzt die Einwohnerzahl an der 100.000-Grenze. Dazu trägt auch die gute Anbindung ans Schienen- und Autobahnnetz bei. Das ehrenamtlich geführte Stadtmuseum ist übrigens eine Reise nach Düren wert.
gez. Richard Stoff